PCB-Belastung in Farben und Lacken

Polychlorierte Biphenyle (PCB) wurden als Weichmacher und aufgrund ihrer schwer entflammbaren Eigenschaft in zahlreichen Farben und Lacken eingesetzt – unter anderem auch zur Beschichtung von (Futtermittel-)Silos. PCB kann man weder sehen noch schmecken, aber sie wandern aus den Farbbeschichtungen in die Lagergüter und werden dort bei Spurenanalysen festgestellt. Die bis in die 1980er eingesetzten PCB-haltigen Farben und Lacke altern und platzen ab oder sie werden abgerieben und können somit als PCB-haltiger Staub den Siloinhalt über die vorherige Migration aus der Gasphase hinaus sekundär kontaminieren. Auch in den Beton der Silos sind die PCB-Belastungen eingedrungen und werden aus diesem Puffervolumen mit einer Verzögerung wieder abgegeben.

Das verzögerte Auftreten der PCB ist auch aus anderen Bauwerken bekannt und wird von uns seit mehreren Jahren auf den einschlägigen Fachkongressen (WaBoLu, DCONex, HdT-Essen) berichtet, da auch bei Innenräumen unangenehme Spätfolgen zu vermeiden waren. Für die Prüfung der Silos werden ähnliche spezialisierte Prüfverfahren angesetzt, mit denen der Belastungsgradient im Bauteil und seine Wirkung auf das Lagervolumen erfasst werden. Der Zugang zur gesamten Aufnahme der PCB-Gehalte erfordert im Silo allerdings andere Hilfsmittel.

Die Analysen des WESSLING Laboriums zeigen neben den Tiefenprofilen auch die Verteilung der unterschiedlich flüchtigen PCB-Einzelsubstanzen auf und gestatten damit eine differenzierte Beurteilung für die Notwendigkeit und die Art von Sanierungsmaßnahmen. Für PCB in Gebäuden liegen eigene Richtlinien der Bundesländer vor, und deren Maßgaben gilt es hier im Hinblick auf die Sicherheit der Sanierung umzusetzen. Dabei werden die speziellen Anforderungen der Sicherheit der eingelagerten Güter im Team mit unseren Experten für Lebensmittel beantwortet. In den Laboren für Lebensmittel- und Futtermittelanalytik überprüfen wir, ob die vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten werden, die auch für PCB aufgestellt wurden. Mehr darüber erfahren Sie hier in unserem Video:

Zum Hintergrund

PCB, z.B. in Fugenmassen, Farben, Kondensatoren, wurden von 1955 und bis 1975 und in Einzelfällen auch danach eingesetzt.  Die Produktion wurde in der Bundesrepublik 1983 eingestellt, die Herstellung von Kondensatoren und Transformatoren mit PCB 1984.  Während dieser Zeit und bis heute anhaltend werden sie durch Chlorparaffine ersetzt. In der DDR wurden PCB nicht eingesetzt. Die offene Anwendung wurde ab 1978 verboten, die geschlossene Anwendung ab 1989.

Polychlorierte Biphenyle  werden durch Chlorierung des organischen Grundmoleküls technisch hergestellt, es resultiert ein Gemisch aus unterschiedlich stark chlorierten sogenannte Kongeneren. Darunter befinden sich auch sogenannte dioxinähnliche PCB, die gesondert betrachtet werden müssen.

Hier finden Sie weitere Informationen über unser vielfältiges Angebot im Bereich Schadstoffe und Sanierung.

Ihr Kontakt zum Thema PCB

Wir beraten Sie gern.

Dr. Birgitta Hoewing